Im Jahre 1786 erbaute an der gerodeten Stelle an der Finsterbacherstraße Friedrich Adolf Beck, ein Leutnant der Landgrafengarde Ludwig IX. dem Stadtgründer Pirmasens, das heute noch bestehende Hofgebäude eben an jener Stelle. Fortan sprach der Volksmund wegen des eindrucksvollen Baus nur noch vom „Beckenhof“.

Das in unmittelbarer Nähe des Waldhauses 191 Jahre später eine Gedenktafel mit dem Namen Generaloberst Ludwig Beck, einem unmittelbaren Nachfahren, eingeweiht werden würde, konnte der Namensgeber damals natürlich nicht wissen. Denn Ludwig Beck war führender Kopf im militärischen Widerstand gegen Adolf Hitler. Jahrelang arbeitete er an verschiedenen Putschvorhaben innerhalb der Wehrmacht und kooperierte mit Carl Friedrich Goerdeler und dem Kreisau­er Kreis. Nach dem Scheitern des Hitlerattentats auf der Wolfsschanze am 20. Juli 1944 wurde er hingerichtet. Noch acht Jahre zuvor war Beck, damals Chef des deutschen Generalstabs, mit großem Gefolge während einer Inspektion des West­ walls zum Beckenhof gefahren und hatte sich die von seinem Urahn errichtete Hosiedlung ausführlich zeigen lassen. Damals dürfte der Oberforstverwalter Johann Groß dem hohen Gast auch vid über die Geschichte des Becken­ hof erzählt haben. Eigent:Tich sollte die kleine Ansiedlung landwirtschaftlich genutzt werden. Doch die En wurden wegen der armen Böden immer schlechter, so dass die Eheleute Hammel den Beckenhof 1824 für 2150 Gulden an die Staatverwal verkauften. Die gerodeten Feldfluren werden größtenteils mit Fichten wieder aufgeforstet. Heute erkennt man nur noch an den alten Grenzsteinen die Lage und Abmessung des ehemaligen Hofguts.

Aber erst Anfang der dreißiger Jahre kehrte mit dem Einzug der Försterfamilie Groß auch die Gastlichkeit auf dem Beckenhof ein. Zu einem echten Ausflugszid entwickelte sich das Forsthaus dann mit der Familie des Oberforstrats Martin Franzreb.Dessen tüchtige Frau backte selbst Kuchen, kreierte Hausmacher-Wurstplatten und kredenzte den immer zahlreicher werdenden Gästen auch ihren leckeren „Weißen Käse“ (angemachter Speise­ quark). Diese Tradition pflegte auch die letzte auf dem Beckenhof wohnende Försterfamilie. Forstamtsrat Adolf Mertel, der das Forsthaus immer noch bewohnte, ging 1976 in den Ruhestand. Der Beckenhof sdbst wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Forst­ dienst.stelle genutzt und drohte zu verfallen. Um den Pirmasensern aber ihr traditionelles Forsthaus als Ausflugsziel zu erhalten, kaufte die Stadt Pirmasens 1978 das Gebäude. Nach wechselnden Besitzern übernahm das Forsthaus Beckenhof die Familie Memmer, diees unter der Führung von Thomas und Maria Memmer zu jenem beliebten, geselligen Ausflugslokal machte, das wir heute als „Wirtshaus Beckenhof“ kennen.